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Antoine Bellier: «Das Risiko hat sich ausbezahlt»

Der Genfer Antoine Bellier (25) spielte in dieser NLA-Interclubsaison das zweite Mal für
den TC Froburg Trimbach. Im Interview erzählt er, wie es zum Wechsel nach Trimbach
kam, was die Gründe für seinen rasanten Aufstieg im ATP-Ranking sind und weshalb er bei
seinem bislang grössten Erfolg auch ein wenig Glück beanspruchte.

 

Antoine, im letzten Jahr hast du die bislang besten Resultate deiner Karriere erzielt und
dich im ATP Ranking unter die besten 200 verbessert.Woher kam diese plötzliche Steigerung?

 

Ich habe im vergangenen Dezember 2021 mein Spiel umgestellt und spiele seither noch
offensiver. Ich spiele konsequent Serve and Volley und versuche, auch in den Returngames
so oft wie möglich den Weg ans Netz zu suchen.

Das scheint gut zu funktionieren.

Absolut. Es war am Anfang nicht ganz einfach, aber die Resultate kamen schon sehr bald.
Das hat mich motiviert und mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Auf der einen
Seite kann ich mit dieser Spielweise meine Stärken in der Offensive noch besser ausspielen
und auf der anderen Seite haben meine Gegner dadurch weniger Rhythmus, was sicherlich
auch ein Vorteil für mich ist.

Du hast in Mexiko dein erstes Challengerturnier gewonnen. Wie hast du diese Woche
erlebt?

Das Turnier in Mexiko war auf Sand, was nicht gerade meine beste Unterlage ist. Aber weil
der Turnierort sehr hoch lag – noch höher als Gstaad – waren die Bedingungen für mich ein
Vorteil. Es war zwar schwierig zu spielen, aber die Bedingungen passten zu meinem Spiel. So
konnte ich meinen ersten grossen Titel feiern, auch wenn nicht viel Zeit blieb zum
Geniessen. Schon 24 Stunden später bestritt ich das nächste Match.

Deinen bisherigen Höhepunkt hast du beim ATP-Turnier auf Mallorca erlebt, als du als
Qualifikant bis ins Halbfinale gekommen bist und mit Pablo Carreno Busta einen Top-20-
Spieler geschlagen hast. Wie war das?

Das war definitiv speziell. Vor allem, weil ich vorher noch gar nicht allzu oft auf Rasen
gespielt habe, denn bei den Futureturnieren gibt es kaum welche auf Rasen. Beim Turnier
auf Mallorca hatte ich zudem Glück, dass ich überhaupt in der Qualifikation antreten konnte.

Wie das?

Aufgrund meines Rankings kam ich nicht direkt in die Qualifikation. Ich war auf der
Warteliste. Das Turnier in Mallorca fand aber zeitgleich mit der Qualifikation für das Turnier
in Wimbledon statt und ich spekulierte daher darauf, dass in Mallorca noch ein paar Spieler
absagen werden, um in Wimbledon zu spielen. Ich habe daher gepokert und bin nach
Spanien gereist, ohne die Gewissheit zu haben, dass ich auch wirklich spielen kann. Aber das
Risiko hat sich ausbezahlt.

Und wie! Was bedeutet dir der Erfolg auf Mallorca und insbesondere der Sieg gegen Pablo
Carreno Busta?

Dieser Sieg war wichtig für mein Selbstvertrauen. Ich habe gesehen, dass ich mehrere
Matches in Serie auf ATP-Stufe gewinnen kann. Aber ich darf deswegen auf keinen Fall

abheben. Ich muss bescheiden bleiben und weiter hart arbeiten. Nur weil ich jetzt einmal
einen Top 20 Spieler geschlagen habe, heisst das noch lange nicht, dass mir das jetzt
regelmässig gelingt.

Dieser Sieg war wichtig für mein Selbstvertrauen. Ich habe gesehen, dass ich mehrere
Matches in Serie auf ATP-Stufe gewinnen kann. Aber ich darf deswegen auf keinen Fall

Du hast vor deiner Zeit in Trimbach für den TC Sonnenberg Interclub gespielt. Wie kam es
zu diesem Wechsel?

Der Coach in Sonnenberg wollte auf letzte Saison hin ein neues Team mit vielen neuen
Spielern aufbauen. Ich gehörte nicht mehr dazu und darum habe ich mich nach einem
anderen Team umgesehen. Ich hatte einen Kontakt zu Trimbach und so kam der Wechsel zu
Stande. Ich habe ja schon ein paar Mal an den ITF Turnieren in Trimbach teilgenommen – ich
kannte den Club also bereits.

In seiner ersten Saison für den TC Froburg Trimbach hat Antoine Bellier wichtige Punkte
gesammelt. Er gewann vier von fünf Einzelpartien und hat damit dazu beigetragen, dass
Trimbach den Ligaerhalt souverän geschafft hat. Auch in dieser Saison wird der Genfer
Offensiv-Spezialist als starker Schweizer Spieler im Kader von Trimbach wieder eine wichtige
Rolle einnehmen. Bellier hat in den letzten Monaten sowohl seine ersten Einsätze an Grand
Slam Turnieren hinter sich und hat zudem auch in dieser Saison mehrmals die Viertelfinals
auf Challenger Tour Stufe erreicht und sich in Montpellier via Qualifikation fürs Hauptfeld
des ATP-Turniers qualifiziert.

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