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Peter Gubler: «Wir können einfach nur stolz sein»

Peter Gubler zieht seit über zehn Jahren die Fäden im Hintergrund des NLA-Männerteams
des TC Froburg Trimbach und sorgt mit seinem Netzwerk dafür, dass das Team finanziell
über die Runden kommt. In diesem Jahr steht er nun vor einer besonderen Challenge,
denn neu spielen auch noch die Frauen im Oberhaus.

Peter, in diesem Jahr feiert das Trimbacher NLA-Männerteam sein 10-jähriges Jubiläum in
der höchsten Spielklasse. Eine grossartige Leistung!

Definitiv. Wir hatten im ersten Jahr in der Nati A sehr viel Mühe und haben dann Jahr für
Jahr dazu gelernt. Dass wir jetzt das 10-jährige Jubiläum feiern können, war für mich definitiv
eine extra Motivation.

Du bist nicht erst seit der NLA-Zeit mit dem TC Froburg Trimbach verbunden. Du warst
unter anderem Spielleiter und Präsident und bist auch am Tenniscenter beteiligt. Zudem
unterstützt du die NLA-Interclubmannschaft der Männer als Teamchef und Mäzen. Woher
kommt deine Leidenschaft fürs Tennis?

Während meinen Juniorenzeiten gehörte ich selbst zu nationalen Spitze. Auch danach blieb
ich dem Leistungssport immer verbunden und habe diesen unterstützt. Mittlerweile kann ich
wegen meiner Hüfte nicht mehr selbst spielen, also leiste ich meinen Teil als Teamchef und
Mäzen. Ich möchte, dass in unserer Region die Möglichkeit besteht, Tennis als Leistungssport
zu betreiben. Wenn die Junioren aus der Region bei uns in Trimbach früher der NLB- oder
jetzt der NLA-Equipe zuschauen können, ist das eine grosse Motivation. Es ist ein Ansporn,
weiter hart zu trainieren, um eines Tages vielleicht selbst in dieser Mannschaft zu spielen.
Das ist es, was mich motiviert. 

Das gelang in der Vergangenheit immer wieder mit Spielern wie Luca Giacomelli, Jeremy
Moser, Mischa Lanz, Vullnet Tashi oder Jonas Schär. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Auch in diesem Jahr stehen mit Nicolas Kobelt, Patrick Schön und allenfalls Jonas Schär und
Mischa Lanz wieder junge Spieler aus der Region im Team. Allerdings bin ich in diesem Jahr
nicht mehr der Teamchef der Männer. Diese Aufgabe übernimmt Marco Meyer gemeinsam
mit Stefan Kilchhofer. Ich konzentriere mich gemeinsam mit Bartolome Szklarezcki auf die
Frauenequipe.

Du sprichst die Frauen an. Die Trimbacherinnen haben letztes Jahr den Aufstieg geschafft
und spielen jetzt auch in der Nationalliga A. Damit seid ihr neben GC der einzige Verein in
der Schweiz, der in dieser Saison zwei NLA-Teams stellt. Was bedeutet das dir und dem
Verein?

Wir können einfach nur stolz und dankbar sein, dass es so gekommen ist. Dass wir mit zwei
Teams in der obersten Liga vertreten sind, ist eine grosse Ehre. Und wenn ich ganz ehrlich
bin: Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir das schaffen. Der Aufstieg der Frauen im
letzten Jahr kam überraschend.

Mit welchen neuen Herausforderungen werdet ihr konfrontiert in dieser Saison, in der ihr
erstmals zwei NLA-Equipen am Start habt?

Das ist natürlich vor allem personell und auch finanziell eine grosse Herausforderung, bei der
wir an unsere Grenzen stossen. Es war uns nicht möglich, das Budget zu erhöhen.
Entsprechend müssen die Männer in dieser Saison mit einem kleineren Budget auskommen

als bisher. Und um zwei Teams zu betreuen, braucht es natürlich auch mehr Helferinnen und
Helfer. Vor allem auch deshalb, weil wir jetzt fünf Heimspiele haben statt zwei oder drei.

Welche Aufgaben übernimmst du persönlich?

Ich halte mich in diesem Jahr noch etwas mehr im Hintergrund. Meine Hauptaufgabe ist es,
die Finanzierung der beiden Teams sicherzustellen. Das mache ich über mein Netzwerk, das
ich aber natürlich auch entsprechend pflegen muss. Eine wichtige Einnahmequelle sind auch
die VIP-Essen, die wir während unseren Heimspielen jeweils auf der Terrasse durchführen.
Die Organisation dieser Essen ist auch eine meiner Aufgaben. Im Coaching und im
Zusammenstellen des Kaders halte ich mich zurück. Auch wenn ich in diesem Jahr bei den
Frauen das eine oder andere Verhandlungsgespräch geführt habe.

Auch wenn du nicht mehr ganz so nah dran bis an der Kaderplanung wie in anderen Jahren
– wie sieht das Frauenteam in der ersten NLA-Saison aus?

Unser Ziel war es, um die drei regionalen Spielerinnen Arlinda Rushiti, Julia Stusek und Anina
Lanz ein Team zu formen. Das gelingt leider nicht. Anina Lanz ist derzeit verletzt, Julia Stusek,
die zum Kader des deutschen Tennisbunds gehört, hat Pflichttermine des Verbandes
während der Interclubsaison und Arlinda Rushiti ist auf der WTA-Tour im Einsatz. Das

voraussichtlich keine dieser drei regionalen Spielerinnen mit dabei ist, ist für uns natürlich
sehr schade. Aber wir werden auch so eine schlagkräftige Equipe zusammenbekommen.

Was glaubst du, liegt resultattechnisch drin in dieser NLA-Saison?

Bei den Frauen finde ich es enorm schwierig, das abschätzen zu können. Ich hoffe, dass wir
konkurrenzfähig sind und um den Ligaerhalt spielen können. Bei den Männern bin ich
zuversichtlich, dass wir trotz jüngerem Team und kleinerem Budget um Platz vier
mitkämpfen und den Ligaerhalt schaffen können. Das wäre eine tolle Leistung.

Wie sieht eigentlich die langfristige Planung aus? Sind zwei NLA-Teams für den Verein in
den kommenden Jahren tragbar?

Ganz ehrlich, das weiss ich noch nicht. Ich habe gesagt, dass ich das 10. Jahr noch machen
möchte. Was danach folgt, ist offen. Ich werde Ende Jahr auch schon 73 Jahre alt. Wir
werden nach dieser Saison eine Analyse machen und dann entscheiden.

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